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Geschichte - Japan Chin

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Im japanischen Altertum zählte der japanische Chin – japanisch „dshin“ geschrieben, das
bedeutet: Kostbarkeit – zu den heiligen Hunden. Seine Herkunft geht in graue Vorzeit zurück.
Ob dieser Zwerghund eine urjapanische Rasse, - wie es der Name andeutet, - oder mit dem
Peking-Palasthund eine gemeinsame Wurzel hat, ist kynologisch nicht feststellbar. Wohl aber
waren in früheren Jahrhunderten die chinesischen Kaiser dem Tenno (japanischer Kaiser)
tributpflichtig. Aus alten chinesischen Handschriften, heute in englischen Bibliotheken
verwahrt, wissen wir, dass 618 die Hunde des Kaisers Fu-lin, sowie auch 732 der Tribut an
Japan in Hunden zu entrichten war. In der „Kennel-Encyklopädia“ (Bd.II, London 1908),
heißt es wörtlich: „Propably came also from china“ (wahrscheinlich kommt er aus China).
So wurde der Japan Chin von den Adeligen mit fast übergroßer übertriebener Sorgfalt
gezüchtet und gepflegt, denn je kleiner der Chin war, je kostbarer war er. Wenn wir das
berücksichtigen, wird das alte japanische Sprichwort: „Buddha schuf Menschen, Bambus und
Chins“ in seinen ganzen Ausmaß deutlich.
Auf zahlreichen Holzschnitzereien, Bronzen und Kunstgewerblichen Gegenständen finden
wir die grazile Gestalt unseres kleinen Chins. Von Malern wie Hokusai verherrlicht, von
Dichtern besungen und gerühmt, ist er ein Bestandteil für die bildende Kunst in Japan.
In der Zeit als die Zucht des Japan Chin ihre größte Blüte fand, wurde er in Bambuskäfigen,
wie ein seltener Vogel gehalten, oder als Ärmelhündchen von den adeligen japanischen
Damen herum getragen. Der japanische Ausdruck: „Nanoya“ (Ärmelhund) führte zur
Entstehung der englischen Bezeichnung Sleeve dogs (Ärmelhunde). Nach Einführung des
japanischen Chins in England, - wahrscheinlich durch englische Seeleute zur Zeit King
Charles I. (1600-1649)-, tauchte der erste Chin im Jahre 1873 zu allgemeiner Aufmerksamkeit
auf der Ausstellung in Birmingham auf.
Das erste Chin-Paar in Deutschland „Itti“ und „Kuma“ - von dem Maler Sperling gemalt, -
war ein Geschenk der japanischen Kaiserin an die deutsche Kaiserin Augusta im Jahre 1880.
Leider starb „Itti“ nach dem Wurf, so dass der Versuch den Japan Chin in Deutschland zu
züchten fehl geschlagen war. Erst der Baronin Ulm-Erbach, Frau Kopsel und Herrn
Kockegesy gelang mit aus Japan importierten Hunden die deutsche Zucht der Rasse. Da der
Hauptzuchtort in Japan Nagoya ist, wo die Chins rein gezogen und nur vegetarisch ernährt
werden, ist eine Umgewöhnung auf europäische Verhältnisse besonders problematisch gewesen.

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